K
Kabinett:
Das österreichische Weingesetz sieht zwölf verschiedene Qualitätsstufen vor, die vor allem nach dem Mostgewicht gereiht werden, also dem Reifegrad bei der Ernte. Ein Mindestmostgewicht von 17 Grad KMW (auf der Klosterneuburger Mostwaage), ein Alkoholgehalt von höchstens 12,7 % vol. und ein Restzucker von höchstens 9 Gramm pro Liter definieren die Grundanforderungen an einen Wein der Kabinett-Stufe, das ist die erste Stufe der Kategorie der Qualitätsweine.
Kabinettweine sind fruchtig, nicht zu schwer und auch nicht für die Lagerung über viele Jahre bestimmt.
Kellergasse:
Eine zumeist überaus romantische, Jahrhunderte alte gassenförmige Ansammlung von Kelleranlagen am Rand eines Weinorts. Hier wurde (und wird sehr oft immer noch) der Wein gepresst, verkostet, gelagert, verkauft – und gefeiert. Ein besonders malerisches Denkmal wurde den Kellergassen des Weinviertels in den Verfilmungen von Alfred Komareks “Kommissar Polt“-Romanen gesetzt.
Im Weinviertler Pulkautal werden die Kellergassen auch Kellertriften genannt, der Begriff “triften” erinnert daran, dass früher das Vieh durch die Hohlwege auf die Weide getrieben wurde.
Der Grund, wieso diese malerischen Ansammlungen von Weinkellern gerade im Weinviertel so häufig anzutreffen sind? Das Urmeer, das vor Millionen von Jahren das Weinviertel überzog, hinterließ einen feinen, stark komprimierten Sand, in den Keller verhältnismäßig leicht zu graben sind.
Kellergassenfest:
Zumeist im Rahmen des “Weinherbst Niederösterreich“ mutieren die sonst so idyllischen Kellergassen tage- und wochenendweise zu pulsierenden Stätten leichtherzigen Weingenusses. Der besondere Reiz des Kellergassenfests für den Besucher besteht in der Möglichkeit, die Weine vieler verschiedener Winzer auf engstem Raum zu verkosten.
Kellergassenführung:
Die kundige Führung durch eine Kellergasse ist nicht nur eine leicht verdauliche Einführung in die Welt von Wein & Winzer, sondern auch eine genussreiche, mündet doch die theoretische Behandlung des Themas unausweichlich in eine praktische.
Im Weinviertel werden seit einiger Zeit spezielle Kellergassenführer ausgebildet und in über 70 Kellergassen solche besonders kompetenten Führungen für Gruppen ab zehn Personen angeboten. Für den Preis von 7 Euro pro Person erhält man nicht nur die Führung, sondern auch Weinproben und einen kellergassentypischen Imbiss.
In Poysdorf wird darüber hinaus bis Ende Oktober jeden Samstag Nachmittag um 16 Uhr eine Führung für Einzelgäste veranstaltet.
Kellerpartie:
Eine “Partie“ ist eine kleine, durch ein gemeinsames Interesse zusammengehaltene Gruppe. Das gemeinsame Interesse einer Kellerpartie besteht zumeist in einem vergnüglichen Ausflug in einen Weinort, man könnte wahrscheinlich auch Cellar-Hopping sagen.
Kellerröhre:
Als “Kellerröhre” wird jener lange Tunnel bezeichnet, der vom Presshaus in den Hang gegraben wird und dort vor allem der konstanten Temperatur wegen ideale Lagerbedingungen für Wein bietet. Der Retzer Erlebniskeller, der Keller des Weinguts Jurtschitsch oder das Langenloiser Loisium sind besonders spektakuläre Beispiele dafür, dass solche Röhren mitunter zu ganzen Labyrinthen anwuchsen.
Kellerschimmel:
Ein Keller, in dem ein gräulich-grünlicher bis schwarzer Schleier Flaschen, Wände und Regale überzieht, ist ein guter Keller: Denn das Vorhandensein des auch “Kellertuch“ oder “Schwarze Katze“ genannten Schimmelpilzes, der sich von den flüchtigen Stoffen des Weins (darunter Alkohol) nährt, ist ein Beleg für optimale Lagerbedingungen des Weins.
KMW:
Die Klosterneuburger Mostwaage ist, wie die Einheit “Grad“ für ihre Messergebnisse zeigt, keine herkömmliche Waage. Sie misst nicht das Gewicht, sondern die Dichte von Flüssigkeiten, und zwar insbesondere einer: des aus den Trauben gewonnenen Mosts. Diese Dichte wiederum ist ein zentrales Indiz für die Menge der Extrakt- und Inhaltsstoffe der Trauben, vor allem für ihren Zuckergehalt – und damit für ihre Reife bzw. die für viele Weine nötige Überreife. Die Anzahl der Grad KMW definiert die Zugehörigkeit eines Weins zu einer Qualitätsstufe, und zwar so:
Tafelwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 10,6° KMW
Landwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 14° KMW
Qualitätswein: Mostgewicht der Trauben mindestens 15° KMW (das übrigens ist der Grad einer ausgereiften Traube, alles darüber ist rein physiologisch gesehen überreif)
Kabinettwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 17° KMW
Prädikatswein Spätlese: Mostgewicht der Trauben mindestens 19° KMW
Prädikatswein Auslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 21° KMW
Prädikatswein Beerenauslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Eiswein: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Strohwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Ausbruch: Mostgewicht der Trauben mindestens 27° KMW
Prädikatswein Trockenbeerenauslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 30° KMW
In Deutschland übrigens misst man die Reife von Trauben in Öchsle, die Umrechnung ist einfach, weil direkt proportional: 1° KMW = 4,86 Öchsle.
Korken:
Mit dem Römischen Reich verschwand auch der damals bereits gebräuchliche Kork vorerst, erst im 17. Jahrhundert wurde er wieder entdeckt und gilt bis heute als vorderste Möglichkeit, Weinflaschen zu verschließen. Jedoch ist der Naturkorken nicht frei von erheblichen Nachteilen: Eine chemische Reaktion aus Phenolen, chlorhaltigen Stoffen und Schimmelpilz produziert einen Stoff namens Trichloranisol (TCA), der übel schmeckt, nämlich ungefähr nach muffiger Kellerwand – ein von TCA verunreinigter Wein “korkt“, “stoppelt“.
Besonders perfide ist die Eigenschaft des TCA, sich nicht immer in den Vordergrund zu stellen, sondern sich manchmal auch in den Wein einzuschleichen – selbst Experten gelingt es nicht immer, einen schleichenden Korkfehler (“Schleicher” sagt man zu Recht) von einem Qualitätsmangel des Weins zu unterscheiden.
Bei Weinen, die nicht für die längere Lagerung vorgesehen sind, hat sich mittlerweile der Kunststoffkorken als Alternative durchgesetzt, bei besonders wertvollen und lagerfähigen Weinen hat sich der Kamptaler Winzer Hannes Hirsch bei seinem Jahrgang 2002 vorgewagt und einen neuartigen High-Tech-Schraubverschluss zum Einsatz gebracht. Wie der Wein allerdings bei längerer Lagerung auf neuartige Verschlussmethoden reagiert, ist freilich noch nicht bekannt – Naturkork hat neben den wenigen gravierenden Nachteilen auch viele gravierende Vorteile. Einer davon: Er “atmet“ und lässt den Wein daher harmonisch und natürlich reifen. Ob die artifiziellen Verschlüsse dazu in der Lage sind, wird die Zukunft zeigen.
Kostglas:
Das Glas sollte dem Wein gerecht werden, insbesondere wenn es sich um ein Glas handelt, das bei einer Verkostung Verwendung findet, wo es ja darum geht, feinste Nuancen zu erriechen und zu erschmecken. Selbstverständlich also, dass es sich bei einem Kostglas um ein Stielglas handelt, dass es farblos und klar und dünnwandig ist.
Das österreichische Weingesetz sieht zwölf verschiedene Qualitätsstufen vor, die vor allem nach dem Mostgewicht gereiht werden, also dem Reifegrad bei der Ernte. Ein Mindestmostgewicht von 17 Grad KMW (auf der Klosterneuburger Mostwaage), ein Alkoholgehalt von höchstens 12,7 % vol. und ein Restzucker von höchstens 9 Gramm pro Liter definieren die Grundanforderungen an einen Wein der Kabinett-Stufe, das ist die erste Stufe der Kategorie der Qualitätsweine.
Kabinettweine sind fruchtig, nicht zu schwer und auch nicht für die Lagerung über viele Jahre bestimmt.
Kellergasse:
Eine zumeist überaus romantische, Jahrhunderte alte gassenförmige Ansammlung von Kelleranlagen am Rand eines Weinorts. Hier wurde (und wird sehr oft immer noch) der Wein gepresst, verkostet, gelagert, verkauft – und gefeiert. Ein besonders malerisches Denkmal wurde den Kellergassen des Weinviertels in den Verfilmungen von Alfred Komareks “Kommissar Polt“-Romanen gesetzt.
Im Weinviertler Pulkautal werden die Kellergassen auch Kellertriften genannt, der Begriff “triften” erinnert daran, dass früher das Vieh durch die Hohlwege auf die Weide getrieben wurde.
Der Grund, wieso diese malerischen Ansammlungen von Weinkellern gerade im Weinviertel so häufig anzutreffen sind? Das Urmeer, das vor Millionen von Jahren das Weinviertel überzog, hinterließ einen feinen, stark komprimierten Sand, in den Keller verhältnismäßig leicht zu graben sind.
Kellergassenfest:
Zumeist im Rahmen des “Weinherbst Niederösterreich“ mutieren die sonst so idyllischen Kellergassen tage- und wochenendweise zu pulsierenden Stätten leichtherzigen Weingenusses. Der besondere Reiz des Kellergassenfests für den Besucher besteht in der Möglichkeit, die Weine vieler verschiedener Winzer auf engstem Raum zu verkosten.
Kellergassenführung:
Die kundige Führung durch eine Kellergasse ist nicht nur eine leicht verdauliche Einführung in die Welt von Wein & Winzer, sondern auch eine genussreiche, mündet doch die theoretische Behandlung des Themas unausweichlich in eine praktische.
Im Weinviertel werden seit einiger Zeit spezielle Kellergassenführer ausgebildet und in über 70 Kellergassen solche besonders kompetenten Führungen für Gruppen ab zehn Personen angeboten. Für den Preis von 7 Euro pro Person erhält man nicht nur die Führung, sondern auch Weinproben und einen kellergassentypischen Imbiss.
In Poysdorf wird darüber hinaus bis Ende Oktober jeden Samstag Nachmittag um 16 Uhr eine Führung für Einzelgäste veranstaltet.
Kellerpartie:
Eine “Partie“ ist eine kleine, durch ein gemeinsames Interesse zusammengehaltene Gruppe. Das gemeinsame Interesse einer Kellerpartie besteht zumeist in einem vergnüglichen Ausflug in einen Weinort, man könnte wahrscheinlich auch Cellar-Hopping sagen.
Kellerröhre:
Als “Kellerröhre” wird jener lange Tunnel bezeichnet, der vom Presshaus in den Hang gegraben wird und dort vor allem der konstanten Temperatur wegen ideale Lagerbedingungen für Wein bietet. Der Retzer Erlebniskeller, der Keller des Weinguts Jurtschitsch oder das Langenloiser Loisium sind besonders spektakuläre Beispiele dafür, dass solche Röhren mitunter zu ganzen Labyrinthen anwuchsen.
Kellerschimmel:
Ein Keller, in dem ein gräulich-grünlicher bis schwarzer Schleier Flaschen, Wände und Regale überzieht, ist ein guter Keller: Denn das Vorhandensein des auch “Kellertuch“ oder “Schwarze Katze“ genannten Schimmelpilzes, der sich von den flüchtigen Stoffen des Weins (darunter Alkohol) nährt, ist ein Beleg für optimale Lagerbedingungen des Weins.
KMW:
Die Klosterneuburger Mostwaage ist, wie die Einheit “Grad“ für ihre Messergebnisse zeigt, keine herkömmliche Waage. Sie misst nicht das Gewicht, sondern die Dichte von Flüssigkeiten, und zwar insbesondere einer: des aus den Trauben gewonnenen Mosts. Diese Dichte wiederum ist ein zentrales Indiz für die Menge der Extrakt- und Inhaltsstoffe der Trauben, vor allem für ihren Zuckergehalt – und damit für ihre Reife bzw. die für viele Weine nötige Überreife. Die Anzahl der Grad KMW definiert die Zugehörigkeit eines Weins zu einer Qualitätsstufe, und zwar so:
Tafelwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 10,6° KMW
Landwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 14° KMW
Qualitätswein: Mostgewicht der Trauben mindestens 15° KMW (das übrigens ist der Grad einer ausgereiften Traube, alles darüber ist rein physiologisch gesehen überreif)
Kabinettwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 17° KMW
Prädikatswein Spätlese: Mostgewicht der Trauben mindestens 19° KMW
Prädikatswein Auslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 21° KMW
Prädikatswein Beerenauslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Eiswein: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Strohwein: Mostgewicht der Trauben mindestens 25° KMW
Prädikatswein Ausbruch: Mostgewicht der Trauben mindestens 27° KMW
Prädikatswein Trockenbeerenauslese: Mostgewicht der Trauben mindestens 30° KMW
In Deutschland übrigens misst man die Reife von Trauben in Öchsle, die Umrechnung ist einfach, weil direkt proportional: 1° KMW = 4,86 Öchsle.
Korken:
Mit dem Römischen Reich verschwand auch der damals bereits gebräuchliche Kork vorerst, erst im 17. Jahrhundert wurde er wieder entdeckt und gilt bis heute als vorderste Möglichkeit, Weinflaschen zu verschließen. Jedoch ist der Naturkorken nicht frei von erheblichen Nachteilen: Eine chemische Reaktion aus Phenolen, chlorhaltigen Stoffen und Schimmelpilz produziert einen Stoff namens Trichloranisol (TCA), der übel schmeckt, nämlich ungefähr nach muffiger Kellerwand – ein von TCA verunreinigter Wein “korkt“, “stoppelt“.
Besonders perfide ist die Eigenschaft des TCA, sich nicht immer in den Vordergrund zu stellen, sondern sich manchmal auch in den Wein einzuschleichen – selbst Experten gelingt es nicht immer, einen schleichenden Korkfehler (“Schleicher” sagt man zu Recht) von einem Qualitätsmangel des Weins zu unterscheiden.
Bei Weinen, die nicht für die längere Lagerung vorgesehen sind, hat sich mittlerweile der Kunststoffkorken als Alternative durchgesetzt, bei besonders wertvollen und lagerfähigen Weinen hat sich der Kamptaler Winzer Hannes Hirsch bei seinem Jahrgang 2002 vorgewagt und einen neuartigen High-Tech-Schraubverschluss zum Einsatz gebracht. Wie der Wein allerdings bei längerer Lagerung auf neuartige Verschlussmethoden reagiert, ist freilich noch nicht bekannt – Naturkork hat neben den wenigen gravierenden Nachteilen auch viele gravierende Vorteile. Einer davon: Er “atmet“ und lässt den Wein daher harmonisch und natürlich reifen. Ob die artifiziellen Verschlüsse dazu in der Lage sind, wird die Zukunft zeigen.
Kostglas:
Das Glas sollte dem Wein gerecht werden, insbesondere wenn es sich um ein Glas handelt, das bei einer Verkostung Verwendung findet, wo es ja darum geht, feinste Nuancen zu erriechen und zu erschmecken. Selbstverständlich also, dass es sich bei einem Kostglas um ein Stielglas handelt, dass es farblos und klar und dünnwandig ist.


